Anwälte gegen Abmahnung

Die Abmahnwellenbrecher

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Abmahnung Waldorf Frommer

Aktuell mahnt die Kanzlei Waldorf Frommer den Film "Reine Fellsache - Jetzt wird's haarig" für Tele München ab.

In den Abmahnungen wird die Abgabe einer Unterlassungserklärung sowie die Zahlung eines Betrages in Höhe von insgesamt 956 Euro gefordert.

Es sollte anstelle der vorformulierten Unterlassungserklärung eine sog. modifizierte Unterlassungserklärung abgegeben werden. Eine modifizierte Unterlassungserklärung stellt kein Schuldeingeständnis dar. Ferner sollte überlegt werden, ob die geforderten Kosten tatsächlich durchsetzbar sind. Die geforderten 956 Euro setzen sich aus Anwaltskosten für die Abmahnung sowie aus einem Lizenzschadensersatzbetrag zusammen.

Für den Lizenzschaden kommt lediglich der Täter in Betracht. Lässt sich der Täter nicht finden und lässt sich entkräften, dass der Anschlussinhaber zugleich Täter ist, kann der Abgemahnte nicht für den Lizenzschaden in Anspruch genommen werden. Für die Anwaltskosten der Abmahnung kommt grundsätzlich der Anschlussinhaber auf. Hier gilt die sog. Störerhaftung. Ist der Anschlussinhaber jedoch seinen sog. Sicherungs- und Prüfpflichten nachgekommen, kommt auch keine Haftung für die Anwaltskosten in Betracht. Dann muss in jedem Fall die Zahlung vollständig verweigert werden, da die Aufforderung zur Kostenerstattung dann nicht rechtmäßig ist. Aber selbst wenn der Anschlussinhaber als Störer in Betracht käme, sind unserer Ansicht nach die geforderten Rechtsanwaltskosten unangemessen hoch.

Man sollte eine urheberrechtliche Abmahnung also nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern richtig reagieren. Lassen Sie sich dazu am Besten von einem Anwalt beraten, der sich auf Filesharing-Fälle spezialisiert hat. 

Stand des Artikels: September 2011



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