Anwälte gegen Abmahnung

Die Abmahnwellenbrecher

Artikel » November 2013 » Abmahnung der Kanzlei Waldorf Frommer für Tiberius Film "Das Gesetz in meiner Hand"

Abmahnung der Kanzlei Waldorf Frommer für Tiberius Film "Das Gesetz in meiner Hand"

Auch diese Woche verschickt die Kanzlei Waldorf Frommer Abmahnungen im Auftrag der Firma Tibierius Film GmbH. In der uns vorliegenden Abmahnungen wird dem Anschlussinhaber vorgeworfen, den Film "Das Gesetz in meiner Hand" über Internettauschbörsen getauscht zu haben.

 

Die Kanzlei aus München fordert die Abgabe einer Unterlassungserklärung sowie die Zahlung eines Vergleichsbetrages in Höhe von 815,00 Euro. Der Betrag setzt sich aus einem Schadenersatzbetrag in Höhe von 600,00 Euro sowie Anwaltskosten in Höhe von 215,00 Euro zusammen. Es ist recht fraglich, warum der Rechteinhaber nunmehr einen Betrag von 600,00 Euro fordert, vor einigen Wochen der Schadenersatzbetrag jedoch deutlich unter diesem Wert lag. Sind die abgemahnten Filme etwa mehr wert als noch im September? Diese Frage wird einem wohl nur Waldorf Frommer beantworten können. Der erhöhte Schadenersatz könnte jedoch auch daher kommen, dass bis Oktober 2013 noch nicht das Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken in Kraft getreten ist. Dieses neue Gesetz beschränkt die Abmahnkosten, die anfallen, wenn Privatpersonen Urheberrechtsverletzungen begangen haben. Ob jedoch der geforderte Schadenersatz gezahlt werden muss, hängt stark vom Einzelfall ab. In vielen Sachverhaltskonstellationen kann der Lizenzschadenersatz nämlich nicht vom Anschlussinhaber gefordert werden. Dies gilt insbesondere in den Fällen, in denen der Anschlussinhaber den Internetzugang nicht alleine, sondern mit anderen Personen zusammen nutzt. Dies kommt z.B. in Familien, Wohngemeinschaften usw. vor. Hier ist eine gute Argumentation notwendig, um von den geforderten Kosten herunterzukommen.

 

Keinesfalls sollte die der Abmahnung beiliegende Unterlassungserklärung unterzeichnet vorschnell unterzeichnet werden. Diese dürfte nämlich ein Schuldeingeständnis darstellen. Vielmehr sollte man eine sog. modifizierte Unterlassungserklärung formulieren. Dies sollte man einem spezialisierten Rechtsanwalt überlassen, da bei der Umformulierung entstandene Fehler schnell sehr teuer werden können.

 

Wir von der Kanzlei Obladen Gaessler Rechtsanwälte vertreten Abgemahnte aus ganz Deutschland. Sie können uns für eine telefonische Ersteinschätzung unter 0221-78952980 jederzeit erreichen. Anwaltsgebühren fallen für diese Ersteinschätzung keine an. 

Autor: Rechtsanwalt Philipp Obladen

Stand des Artikels: November 2013



© 2011 - 2016 Rechtsanwälte Obladen Gaessler